Brauhaus, Wirtshaus und Hotel

...die Geschichte des Hauses Am Sande 25 reicht bis in das Jahr 1438 zurück.

Bände würde diese Geschichte füllen, könnten die Mauern des Hauses reden. Bände über Gegebenheiten, Schicksale, Tragödien und Stunden des Glücks.

Der Platz Am Sande, lat. arena, wird schon 1229 in der ältesten im Stadtarchiv erhaltenen Originalurkunde erwähnt.

Hier liefen die Verbindungswege von drei der alten Siedlungskerne Lüneburgs zusammen. Der "sandige" - ungepflasterte - Verkehrsknotenpunkt diente als Handelsplatz.

Die Geschichte des Hauses Am Sande 25 reicht bis in das Jahr 1438 zurück. Das Haus (nach alter Zählung Nr. C6/7: Stadtviertel C, Haus Nr. 6 und "Wohnkeller" Nr. 7) bestand aus einer riesigen Halle mit einer Feuerstelle und einem angebauten Tanzhaus, der Wohnstätte. Gotische Treppengiebel zierten die Fassade. Über 300 Jahre lang gehörte das Haus zu Lüneburgs Brauhäusern. 1864 wurde die Braupfanne entfernt.

1878 übernahm der Zimmermeister J. G. Lendorf das Haus. Das vordere Hallenhaus wurde abgebrochen, es entstand das heutige Stadthaus, mit seinem für den Sande untypischen, schlichten Aussehen. 1880 öffnete das Haus erstmals als Hotel seine Pforten. 38 Jahre lang wechselten Pächter, Besitzer und Name des Hotels.

Die bekannteste Eigentümerin ab dem Jahre 1918 war Mutter Stappenbeck, eine Kunstliebhaberin. Über drei Generationen blieb das Haus im Besitz dieser Familie unter dem Namen Hotel Stadt Hamburg. Es überstand die Inflation, den Ersten und den Zweiten Weltkrieg und gedieh mit dem Wirtschaftswunder. Zu den Stammgästen gehörten viele regional bekannte Künstler, u. a. der Chefdramaturg von Podewils.

Anfang 2000 begannen in dem mittlerweile 130 Jahre alten Haus notwendige, grundlegende Sanierungsmaßnahmen. Jedes Zimmer erhielt eine eigene Toilette. Die Etagenbäder wichen und schufen Platz für die Räumlichkeiten. Der Ausbau der obersten Etage, einstmals den Dienstboten und Hausmädchen vorbehalten, beendete unter dem Projekt „Wohnen in der Ausstellung“ im Mai 2005 den letzten von vier Bauabschnitten.

Die Lüneburger Landeszeitung schrieb dazu im Juni 2005: „Der Ausblick – er ist jedes Mal anders. Aber aus welchem Fenster der Gast auch schaut, die Aussicht kennt nur einen Hauptdarsteller. Die Stadt Lüneburg. Sie steht immer im Mittelpunkt, egal ob man sich im Erdgeschoss oder im dritten Stock befindet. Und genau das ist es, was den Charme des ältesten Hotels am Platz ausmacht. Das „Stadthotel“ am Sande spielt endlich wieder die Rolle, die im seit seiner Gründung im Jahre 1880 zusteht.“